„Damals“, so begann Espig, „wurden Kutschen gebaut wie nie zuvor. Die Haferhändler hatten Rekordumsätze, und die Stimmung war optimistisch.“ Zehn Jahre später: dieselbe Straße, derselbe Blick – aber keine Pferde mehr. Autos wohin das Auge reicht. Die Hufschmiede mussten umlernen, die Haferhändler schlossen ihre Läden.
„So“, sagte Espig mit ruhiger Stimme, „fühlt sich Veränderung an. Man merkt erst, dass sie da ist, wenn es zu spät ist.“
Von der Industrie 4.0 zur KI-Ära
Dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch seinen Vortrag: Technologischer Wandel passiert nicht in Sprüngen, sondern in Wellen – und wer sie nicht erkennt, wird von ihr überrollt. 2014 war Deutschland stolz auf seine Ingenieurskunst. Volkswagen war größter Automobilhersteller der Welt, „Made in Germany“ galt als Gütesiegel für Präzision und Qualität.
Zur selben Zeit arbeitete China an etwas anderem. Unter dem Programm „Made in China 2025“ definierte die chinesische Regierung zehn Schlüsseltechnologien, in denen sie Weltführer werden wollte – darunter Elektromobilität und Künstliche Intelligenz. Heute, nur ein Jahrzehnt später, sind 86 % dieser Ziele erreicht.
„Das sollte uns zu denken geben“, so Espig. „Während wir auf Bewährtes vertrauten, hat China gelernt, geforscht und umgesetzt. Mit enormer Konsequenz.“
Künstliche Intelligenz ist kein Versprechen – sie ist ein Werkzeug
Im Zentrum seines Vortrags stand die Erkenntnis, dass Künstliche Intelligenz weder Wunderwaffe noch Bedrohung ist, sondern ein Werkzeug. „KI ist nur so gut wie der Mensch, der sie bedient – und der Rahmen, in dem sie arbeitet.“
Prof. Dr. Espig sprach aus Erfahrung. Als Mathematiker, Forscher und Unternehmer hat er über 60 KI-Projekte in Industrie und Mittelstand begleitet – darunter für Porsche Werkzeugbau in Leipzig. Sein Fazit:
„Die meisten KI-Projekte scheitern nicht an der Technologie, sondern an der fehlenden Struktur.“
KI braucht saubere Daten, klar definierte Prozesse und eine durchdachte Architektur. Genau daran arbeitet die E&O Gesellschaft für integrierte KI-Systeme – mit Lösungen, die Unternehmen helfen, KI richtig einzusetzen.
Struktur schafft Intelligenz
Ein Beispiel dafür ist das von uns entwickelte System Kybernos for Business – ein integriertes KI-System zur Unternehmensbegleitung und Startup-Beratung.
Basierend auf einem Foundational Business Model werden Geschäftsideen nach 17 Kernkategorien strukturiert, analysiert und mit datengetriebener Logik bewertet.
Damit schafft Kybernos for Business etwas, das klassische Beratung oft nicht leisten kann: Objektivität und Vergleichbarkeit. Gründerinnen und Gründer erhalten sofort Rückmeldungen, wo ihre Idee stark ist – und wo Handlungsbedarf besteht.
Das Ziel ist nicht, menschliche Intuition zu ersetzen, sondern sie zu erweitern:
„KI kann Daten lesen. Aber den Sinn darin erkennen – das bleibt unsere Aufgabe.“
Die Verantwortung der Unabhängigkeit
Im weiteren Verlauf seines Vortrags wurde Espig ernst. Er warnte davor, sich als Wirtschaft zu sehr auf ausländische KI-Modelle zu verlassen.
„Wenn diese Systeme abgeschaltet würden, wäre das wie ein Stromausfall für unsere Wirtschaft – und keiner hat ein Notstromaggregat.“
Sein Appell war klar: Deutschland braucht eigene, offene Sprachmodelle – trainiert auf unseren Daten, basierend auf europäischen Werten und Datenschutzstandards. Nur so könne digitale Souveränität langfristig gesichert werden.
Mensch und Maschine – kein Gegensatz, sondern eine Symbiose
Zum Ende seines Vortrags schlug Espig den Bogen zurück zum Menschen.
Er sprach über die Gefahr, KI als Ersatz zu sehen, statt als Unterstützung – und über die Bedeutung menschlicher Begegnung in einer zunehmend automatisierten Welt:
„Es macht einen Unterschied, ob Sie einen Text von einer Maschine lesen oder einem Menschen gegenüberstehen. Innovation entsteht im Dialog – nicht im Code.“
Unser Fazit
Bei der E&O Gesellschaft für integrierte KI-Systeme teilen wir diese Überzeugung:
Künstliche Intelligenz ist dann wertvoll, wenn sie den Menschen stärkt – wenn sie uns hilft, besser zu denken, klüger zu handeln und mutiger zu entscheiden.
Die Zukunft gehört nicht denen, die Angst vor der Maschine haben.
Sie gehört denen, die sie verstehen – und mit ihr gestalten.